Entscheidungsfreiheit

27.09.2021

Vor der 2. Sitzung der Synodalversammlung (Zweite Synodalversammlung des Synodalen Weges vom 30. September bis 2. Oktober 2021 in Frankfurt am Main: Der Synodale Weg (synodalerweg.de)), die vom 30.09. bis zum 02.10.2021 in Frankfurt am Main stattfinden wird, gewinnt die Diskussion über die Reformagenda an Schärfe. Forum 1 "Macht und Gewaltenteilung" hat bereits bei der digitalen Zwischenversammlung des Synodalen Weges Der Synodale Weg im Februar einen "Grundtext" (3.1_SV-II-Synodalforum-I-Grundtext-Lesung1.pdf (synodalerweg.de))vorgelegt, der mit breitester Mehrheit der Forumsmitglieder verabschiedet worden ist.

Synodalver092021
"Entscheidet selbst" (Apg 4,19)
© KNA/Harald Oppitz (Archivbild)

Eine kleine Minderheit von ursprünglich 4, jetzt nur noch 3 Forumsmitgliedern hat auf einer Homepage der Diözese Regensburg einen Gegentext veröffentlicht (Vollmacht und Verantwortung - Thesen zur Kirchenreform (synodale-beitraege.de)). Zusammen mit Johannes Norpoth (Datenschutz | Marienhospital Gelsenkirchen) dem Vorsitzenden des Betroffenenbeirates (Betroffenenbeirat: Deutsche Bischofskonferenz (dbk.de)) der Deutschen Bischofskonferenz (www.dbk.de) hat Thomas Söding (Lehrstuhlinhaber (ruhr-uni-bochum.de)), Mitglied der Synodalversammlung und des Forums 1, diesen Text einer kritischen Analyse unterzogen (Richtige Entscheidungen! Der Synodale Weg braucht einen klaren Kurs - katholisch.de) und den Reformimpuls des Forums erläutert: "Der Grundtext „Macht und Gewaltenteilung“ stärkt das Bischofs- wie das Pfarramt, indem er es stärker in das Volk Gottes einbezieht und deutlicher auf seine geistliche Vollmacht konzentriert. Der Alternativtext schwächt das Bischofsamt, weil er an Führungsmodellen aus der Vergangenheit hängt, an klerikalen Privilegien, die als sakrosankt gelten sollen, und den Ton einer Kommunikation von oben herab nicht ablegen kann." Marianne Schlosser, eine der Unterzeichnerinnen der Gegenposition, kritisiert diese Kritik (Macht in der Kirche kann nur durch Vollmacht Christi begründet werden - katholisch.de), indem sie ihr Kirchenverständnis nachzeichnet, das von der Vollmacht der Bischöfe her denkt, nicht aber von der Freiheit und Verantwortung aller Gläubigen her. Zu dieser Gegenkritik erklärt Thomas Söding: "Wir brauchen kein überzogenes Bischofsbild, sondern eine Erneuerung der ganzen Kirche. Der Missbrauch braucht eine Wurzelbehandlung. Der Verweis darauf, dass auch andere Institutionen große Probleme haben, hilft keinen Millimeter weiter und diskreditiert die Bereitschaft der Betroffenen, sich auf dem Synodalen Weg zu engagieren. Mehr Transparenz und Verantwortung, mehr Rechenschaftspflicht und geteilte Verantwortung sind das Gebot der Stunde - seit langem."