Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2020

Hier finden Sie die Auflistung aller in diesem Semester angebotenen Veranstaltungen.

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Vorlesung
‚Martyria 2.0‘: In pluraler Gesellschaft von religiösen Erfahrungen sprechen können

In einer bekannten Karikatur hat es der Cartoonist Thomas Plassmann auf den (witzigen) Punkt gebracht: Den Christinnen und Christen hat es irgendwie die Sprache verschlagen. Liturgisches Sprechen klingt vielen fremd, und zwar unattraktiv fremd; die Anknüpfung der Glaubenserfahrung an Alltagsgewissheiten fällt schwer; der Exotenstatus der theologischen und der spirituellen Sprache in einer wissenschaftlichen und heterogenen Kultur scheint offensichtlich.
Gleichzeitig besteht ein wesentlicher Durchbruch der neuesten Theologie seit dem Vatikanum II genau darin, sich einer pluralen Moderne zu stellen und sich sogar neu in ihr zu finden.
Das Dilemma scheint perfekt: Man ‚dürfte‘ (😊) sozusagen jetzt so richtig kontextuell und pluralitätsfähig sein – und kann es nicht, weil die Sprachmittel fehlen.
Wie also kommt der Glaube wieder zur Sprache? Und zwar so, dass andere gerne zuhören? Und zwar so, dass man selber im Erzählen merkt, wie begeisternd das Versprechen des Christseins ist – gerade für eine moderne Biografie? Und zwar so, dass Kirche an diesem Sprechen neu entsteht?
Die Vorlesung will erkunden, wie die Sprachnot überwunden werden kann. Sie setzt dabei, typisch für eine konstellative abduktive Pastoraltheologie, auf die kreative Konfrontation von Praxisfeld, außertheologischer Expertise und intratheologischer Erkenntnis.
Das heißt konkret: Wir illustrieren und reflektieren gelingende und scheiternde (Glaubens-) Kommunikation mittels visueller Kampagnenbeispiele jüngeren Datums (Praxisfeld); wir studieren das öffnende Angebot des Pragmatismus für eine neue anthropologische Theorie der Artikulation (außertheologische Expertise); und wir begehen neueste Konzilstheologie (innertheologische Erkenntnis) mit ihren überraschenden Offerten für ein Christsein, das vor Pluralität nicht nur keine Angst hat – sondern sich in ihr erneuert.

Zeit: Mi. 10-12 Uhr | Raum: GA 6/131 | Beginn: 15.04.2020 | Module: VI, VII (BA); VI, IX (MA); 4 (MagTh) | VSPL-Nr.: 020120

Literaturhinweise:

  • Beck, Wolfgang: Die katholische Kirche und die Medien. Einblick in ein spannungsreiches Verhältnis, Würzburg 2018.
  • Jung, Matthias: Der bewusste Ausdruck. Anthropologie der Artikulation, Berlin/New York 2009.

  • Herbert Haslinger (Hg.): Handbuch Praktische Theologie, 2 Bd., Mainz 2000.
  • Sander, Hans-Joachim: Theologischer Kommentar zur Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute Gaudium et Spes (= Herders Theol. Kommentar zum Vatikanum II, Bd. 4, hg. von Peter Hünermann u.a.), Freiburg/Basel/Wien 2005, 580-886.
  • Mette, Norbert: Katholische Praktische Theologie. Ein Überblick, Darmstadt 2005.
  • Themenheft ‚Next generation‘ der Zeitschrift Lebendige Seelsorge H. 1/2011 (mit neuesten Ansätzen der Pastoraltheologie).
  • Bauer, Christian: Ortswechsel der Theologie. M. Dominique Chenu im Kontext seiner Programmschrift ‚Une école de théologie: Le Saulchoir‘, 2 Bände, Berlin 2010.
  • Bucher, Rainer (Hg.): Theologie in den Kontrasten der Zukunft. Perspektiven des theologischen Diskurses, Graz/Wien/Köln 2001.
  • Bucher, Rainer: Theologie im Risiko der Gegenwart. Studien zur kenotischen Existenz der Pastoraltheologie zwischen Universität, Kirche und Gesellschaft, Stuttgart 2010.


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Hauptseminar
Kirche gründen! Charismen finden! Netzwerke modellieren! Besser führen! Digital kommunizieren! usw. Aktuelle Hot Spots angewandter Pastoralforchung

Man muss keine spezielle theologische Brille tragen, um zu erkennen, dass die verfasste Kirche sich in einem enormen Umbruch befindet. So wie man heute Autos anders baut und Kommunikation anders gestaltet als vor 20 Jahren, so ist das auch mit dem Christsein: Auch dieses steht heute unter anderen Bedingungen, Erwartungen und Prozessen als noch vor kurzer Zeit.
Woran man das präzise erkennen kann? Zum Beispiel an den Strukturreformen der Diözesen; an den neuen Nutzungskonzepten für profanierte Kirchen; an den vielfältigen Leitungsmodellen von Gemeinden; an den sich verändernden Rollenbildern pastoraler Berufe; an den enorm gestiegenen Transparenzerwartungen der medialen Öffentlichkeit; an neuen Kampagnen der Glaubenskommunikation in digitalen Kanälen usw.

Das Hauptseminar fragt: Wie organisiert man morgen attraktives Christsein? Welche Kennzeichen hat eine zukunftsfähige Pfarrei? Und wie kommt man in die Umsetzung? Wieviel Organisation braucht eine gute Kirche? Und welche Kompetenzen brauchen kirchliche Player morgen und übermorgen? Gemäß den Forschungen des Bochumer "Zentrum für angewandte Pastoralforschung"
und mit der Unterstützung der dort arbeitenden WM's vertiefen wir Woche für Woche jene tools, die in den aktuellen kirchlichen Umbrüchen für Change-Energie und Change-Intelligenz sorgen sollen. Unter anderem geht es um: Potenzial-Diagnostik für Talente und Charismen; Handwerkszeug für innovative Pastoralteams; Netzwerkmodelle für große pastorale Räume; Coaching für kirchliche Führung; Glaubens-PR im urbanen und im digitalen Raum.

Nach dem HS sollte man verstanden haben, dass wir in einem epochalen Umbruch kirchlicher Organisation leben; und dass es bereits gute Ideen und Instrumente gibt, wie man der Herausforderung offensiv entsprechen kann.

Zeit: Di. 14-16 Uhr | Raum: GA 6/131 | Beginn: 10.10.2017 | Module: VI, VII (BA); V, VI, IX (MA); 22 (MagTh) | VSPL-Nr.: 020121

Literaturhinweise:



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Hauptseminar
"Wenn Seelsorge schnell gehen muss“: Das pastorale Praxisfeld der Notfallseelsorge

Bei Unfällen, Schicksalsschlägen oder Katastrophen heisst es in der Berichterstattung oft lapidar: "Die Opfer wurden psychisch betreut." Was nicht so bekannt ist: Viele Opfer werden auch seelsorglich betreut. Und noch mehr:
Auch die Betreuer*/innen der Opfer brauchen Betreuung - ebenfalls oft genug ein auch seelsorgliches Bedürfnis.

Die pastoralen Profis, die diese Aufgaben übernehmen, heißen 'Notfallseelsorger*/innen'. Sie sind in Bereitschaftsdienste eingeteilt, 24/7. Sie tragen ein Handy, das sie sofort von jeder Tätigkeit wegholt. Sie sind da, wo Menschen sterben; sie überbringen Todesnachrichten; sie halten Menschen, die in Ohnmacht fallen; sie sprechen, wo es einem die Sprache verschlägt; sie schweigen, wo man mehr als Teilnahme nicht bieten kann.
Notfallseelsorger*/innen sind oft pastorale Hauptamtliche der Kirche, also Priester*, Diakone*, Pastoralreferent*inn/en. Viele aber sind hauptamtlich Polizist*inn/en, Feuerwehrleute, Sanitäter*inn/en oder vom Technischen Hilfswerk und haben sich pastoral weitergebildet.

Das Seminar erarbeitet Hintergründe und Konkretionen des eher unbekannten Praxisfeldes Notfallseelsorge. Es dockt an die Fortbildungsreihe der Katholisch-Theologischen Fakultät an, die seit Jahren Veranstaltungen für Notfallseelsorger*/innen in NRW organisiert. Hier lernt man Expert*inn/en aus dem Bereich der Notfallseelsorger*/innen genauso kennen wie die Seelsorger*/innen selber.

Zeit: 10.15-16.15 Uhr | Raum: Veranstaltungszentrum (VZ) Saal 2a. | Beginn: verpflichtende Einführungssitzung am 20.11. von 15.00 – 17.30 Uhr Feuerwehrwache Bochum | Termine: 22.11.17, 20.12.17, 24.01.17, 28.02.17; Abschlussbesprechung (15.15-16.15 Uhr) | Module: VI, VII (BA); V, VII, VIII, IX (MA); 22 (MagTh) | VSPL-Nr.: 020122

Literaturhinweise:

  • Christof Breitsameter (Hg.): Notfallseelsorge. Ein Handbuch, Münster 2012.
  • Gerhard Dittscheid: Menschen im Notfall helfen: Zur pastoralen Grundlegung der Notfallseelsorge in Kirche und Gesellschaft, Würzburg 2014.
  • Joachim Müller-Lange u.a. (Hg.): Handbuch Notfallseelsorge, Edewecht 2013.
  • Themenheft Zeitschrift 'Lebendige Seelsorge' 4/2015.


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Oberseminar
Forschungen zur Pastoraltheologie

Das Oberseminar dient den Wissenschaftlichen Mitarbeiter*inne/n, Doktorand*inn/en und sonstigen Qualifikand*inn/en der Pastoraltheologie zur fachlichen und kollegialen Vertiefung ihrer Arbeiten sowie zur Diskussion ausgewählter Themen aktueller Pastoraltheologie.

Zeit: Mo. 14.00-16.30 Uhr (n. Absprache) | Ort: ZAP | Beginn: n. V. | VSPL-Nr.: 020123

Literaturhinweise:

nach Absprache.



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Kolloquium
Vorbereitung auf Examen und/oder Abschlussarbeiten

Das Kolloquium dient den Doktorand*inn/en der Pastoraltheologie der gemeinsamen Diskussion über ihre Arbeiten und Thesen. Die Termine werden per E-Mail an die betreffenden Personen bekanntgegeben.

Zeit: Mo. (n. Absprache) | Ort: ZAP | Beginn: n. V. | VSPL-Nr.: 020124

Literaturhinweise:

werden in den Sitzungen benannt.



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